Pflegelexikon
Dekubitus
Ein Dekubitus ist eine örtlich begrenzte Schädigung der Haut und manchmal auch tiefer liegender Gewebe durch länger anhaltenden Druck oder Druck in Verbindung mit Scherkräften. Umgangssprachlich wird er als Druckgeschwür oder Wundliegen bezeichnet.
Was bedeutet das?
Wenn Körpergewicht längere Zeit auf derselben Stelle lastet, werden kleine Blutgefäße zusammengedrückt. Das Gewebe erhält dann zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und kann geschädigt werden. Scherkräfte entstehen, wenn sich Gewebeschichten gegeneinander verschieben, etwa beim Herunterrutschen im Bett. Besonders gefährdet sind Fersen, Gesäß, Hüften und andere Stellen über Knochenvorsprüngen. Auch medizinische Hilfsmittel können Druck ausüben.
Ein erhöhtes Risiko besteht bei eingeschränkter Beweglichkeit, vermindertem Schmerzempfinden oder schlechtem Ernährungszustand. Ein frühes Warnzeichen ist eine anhaltende Rötung, die bei Druck nicht verblasst. Bei dunkler Haut sind Farbveränderungen möglicherweise schwerer zu erkennen; auch Wärme, Verhärtung und Schmerzen können auffallen. Ein Dekubitus kann trotz zunächst geschlossener Haut bereits tieferes Gewebe betreffen.
Worauf kommt es im Alltag an? / Wer ist zuständig?
Wichtig sind regelmäßige Hautbeobachtung, möglichst viel eigene Bewegung und individuell geplante Positionswechsel. Gefährdete Stellen müssen wirksam entlastet werden. Druckverteilende Matratzen oder Sitzkissen können helfen, ersetzen Bewegung und Positionswechsel aber nicht. Starre Zeitabstände passen nicht für alle Menschen. Pflegefachpersonen beurteilen das Risiko und stimmen die Maßnahmen mit Betroffenen und Angehörigen ab. Auch ausreichendes Essen und Trinken sowie schonende Hautpflege sind wichtig; bestehende ärztliche Vorgaben sind dabei zu berücksichtigen.
Gerötete Stellen sollten nicht massiert werden. Bei anhaltenden Hautveränderungen, Blasen oder offenen Wunden ist eine zeitnahe pflegefachliche und ärztliche Beurteilung nötig. Zunehmende Rötung, Eiter, Fieber oder starke Schmerzen können auf eine Infektion hinweisen und erfordern rasche ärztliche Abklärung. Ärztinnen und Ärzte klären Ursachen und Behandlung; Pflegefachpersonen übernehmen die geplante Versorgung und beobachten den Verlauf.
Wie St. Lukas dabei unterstützt
St. Lukas Pflegedienste bietet als ambulanter Pflegedienst mobile Grund- und Behandlungspflege sowie Pflegeberatung an. Diese Leistungen können bei der Vorbeugung und der Umsetzung ärztlich verordneter Maßnahmen unterstützen. Welche Versorgung im Einzelfall möglich ist und ob Kapazität besteht, wird im Erstgespräch unter 0203 / 39 51 65 75 geklärt.
Häufige Fragen
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Allgemeine Erklärung, Stand Oktober 2026 – keine medizinische oder rechtliche Beratung. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer Kranken- bzw. Pflegekasse.
