Pflegelexikon

Delir

Ein Delir ist ein plötzlich auftretender Verwirrtheitszustand, bei dem Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Denken gestört sind. Es hat meist körperliche Ursachen und muss rasch ärztlich abgeklärt werden.

Was bedeutet das?

Ein Delir entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit und schwankt häufig im Verlauf des Tages. Betroffene können sich schlecht konzentrieren, wissen nicht, wo sie sind, oder erkennen vertraute Menschen vorübergehend nicht. Manche wirken unruhig, ängstlich oder sehen Dinge, die nicht vorhanden sind. Andere werden ungewöhnlich still, schläfrig und teilnahmslos. Gerade diese ruhige Form wird leicht übersehen.

Mögliche Auslöser sind beispielsweise Infektionen, Flüssigkeitsmangel, Schmerzen, Operationen oder bestimmte Medikamente. Auch Alkoholentzug kann ein Delir verursachen. Ältere Menschen und Personen mit Demenz sind besonders gefährdet. Anders als eine Demenz beginnt ein Delir meist plötzlich; beide können jedoch gleichzeitig bestehen. Wird die Ursache behandelt, kann sich der Zustand zurückbilden. Die Erholung ist individuell und nicht immer vollständig.

Worauf kommt es im Alltag an? / Wer ist zuständig?

Neue oder deutlich zunehmende Verwirrtheit ist kein normaler Teil des Älterwerdens: Holen Sie unverzüglich ärztlichen Rat. Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot, Krampfanfällen oder plötzlich auftretenden Lähmungen wählen Sie 112. Lassen Sie Betroffene möglichst nicht allein und achten Sie auf eine sichere Umgebung. Für Diagnose und Behandlung sind Ärztinnen und Ärzte zuständig; manchmal ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Angehörige und Pflegekräfte können Veränderungen beobachten und weitergeben: Seit wann ist die Person anders? Welche Medikamente nimmt sie? Trinkt sie weniger oder hat sie Schmerzen? Hilfreich sind ruhiges Sprechen, vertraute Bezugspersonen, Tageslicht sowie eine sichtbare Uhr und ein Kalender. Brille und Hörgerät erleichtern die Orientierung. Bieten Sie Getränke nur bei ausreichender Wachheit und sicherem Schlucken an; beachten Sie ärztliche Trinkvorgaben. Vermeiden Sie Streit über Fehlwahrnehmungen. Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt oder zur Beruhigung gegeben werden.

Wie St. Lukas dabei unterstützt

St. Lukas Pflegedienste unterstützt als ambulanter Pflegedienst mit Grund- und Behandlungspflege, Haushalt & Betreuung sowie Pflegeberatung. Diese Angebote können die Versorgung im Alltag ergänzen, ersetzen aber keine akute ärztliche Abklärung. Welche Unterstützung passt und ob eine Adresse versorgt werden kann beziehungsweise Kapazität besteht, wird im Erstgespräch unter 0203 / 39 51 65 75 geklärt. Die Kostenübernahme hängt von den individuellen Voraussetzungen ab: Stand Oktober 2026, verbindliche Auskunft durch Kranken- bzw. Pflegekasse.

Häufige Fragen

Weitere Begriffe

Allgemeine Erklärung, Stand Oktober 2026 – keine medizinische oder rechtliche Beratung. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer Kranken- bzw. Pflegekasse.