Pflegelexikon

Weaning

Weaning bezeichnet die schrittweise Entwöhnung von einer maschinellen Beatmung. Ziel ist, dass ein Mensch wieder möglichst selbstständig atmet; ob eine vollständige Entwöhnung möglich ist, hängt von seiner gesundheitlichen Situation ab.

Was bedeutet das?

Eine Beatmung unterstützt oder übernimmt die Atmung, wenn diese nicht ausreichend funktioniert. Sobald sich der Zustand stabilisiert, prüft das Behandlungsteam, ob die Unterstützung verringert werden kann. Dazu gehören ärztlich gesteuerte Versuche, bei denen die betroffene Person zeitweise mehr Atemarbeit selbst übernimmt. Beobachtet werden unter anderem Atmung, Sauerstoffversorgung, Kreislauf und Zeichen von Erschöpfung.

Weaning verläuft individuell und nicht immer geradlinig. Entscheidend sind beispielsweise die Grunderkrankung, die Kraft der Atemmuskulatur, Wachheit sowie die Fähigkeit, Schleim abzuhusten. Manche Menschen benötigen weiterhin zeitweise oder dauerhaft Beatmungsunterstützung. Die Entwöhnung von der Beatmung ist außerdem nicht dasselbe wie das Entfernen einer Trachealkanüle: Dafür müssen weitere Voraussetzungen, etwa sichere Schutzreflexe und freie Atemwege, geprüft werden.

Worauf kommt es im Alltag an? / Wer ist zuständig?

Die medizinische Planung und Steuerung liegt bei einem erfahrenen ärztlichen Behandlungsteam, häufig in einer spezialisierten Einrichtung. Pflegefachkräfte beobachten den Zustand, führen angeordnete Maßnahmen durch und melden Veränderungen. In der häuslichen Versorgung sind klare Absprachen, ein individueller Pflege- und Notfallplan sowie die Zusammenarbeit aller Beteiligten besonders wichtig. Beatmungseinstellungen oder Zeiten ohne Unterstützung dürfen Angehörige nicht eigenständig verändern.

Im Alltag helfen Ruhe, verständliche Erklärungen und eine an die Belastbarkeit angepasste Unterstützung. Angehörige sollten sich im Umgang mit Geräten und Warnzeichen anleiten lassen. Zunehmende Atemnot, auffällige Schläfrigkeit, bläuliche Lippen oder starke Erschöpfung erfordern rasches Handeln nach dem Notfallplan; bei akuter Lebensgefahr ist der Rettungsdienst zu rufen.

Wie St. Lukas dabei unterstützt

St. Lukas Pflegedienste bietet außerklinische Intensivpflege und Beatmungspflege an, bei Beatmungspatienten mit 1:1-Betreuung. Diese Versorgung ersetzt keine spezialisierte ärztliche Weaning-Behandlung. Eine Pflegeberatung kann ergänzend bei Fragen zur Versorgung helfen. Ob eine Adresse versorgt werden kann und Kapazitäten bestehen, wird im Erstgespräch unter 0203 / 39 51 65 75 geklärt.

Häufige Fragen

Weitere Begriffe

Allgemeine Erklärung, Stand Oktober 2026 – keine medizinische oder rechtliche Beratung. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer Kranken- bzw. Pflegekasse.