Beruf & Karriere · 7 Min. Lesezeit
Intensivpflege-Jobs: Einstieg, Weiterbildung und Quereinstieg
Was die Arbeit in der außerklinischen Intensivpflege ausmacht, welche Qualifikationen gefragt sind und welche Wege es für Quereinsteiger gibt.
Intensivpflege außerhalb der Klinik
Außerklinische Intensivpflege bedeutet, Menschen mit einem besonders hohen Bedarf an medizinischer Behandlungspflege zu Hause oder an einem anderen Leistungsort zu versorgen. Häufig geht es um Menschen, die beatmet werden oder eine Trachealkanüle tragen. Bei Beatmungspatienten ist bei St. Lukas eine 1:1-Betreuung vorgesehen – Sie betreuen also während Ihres Dienstes einen Menschen intensiv.
Das unterscheidet die Arbeit deutlich von einer Tour in der ambulanten Pflege oder einer Intensivstation: Sie haben Zeit für den einzelnen Menschen, lernen ihn und seine Familie gut kennen und tragen gleichzeitig hohe fachliche Verantwortung.
Typische Aufgaben
- Überwachung von Atmung, Vitalzeichen und Allgemeinzustand
- Betreuung der Beatmung nach ärztlicher Vorgabe und Reaktion auf Alarme
- Absaugen, Tracheostomapflege und Kanülenmanagement
- Grundpflege, Lagerung und Mobilisation nach Möglichkeit
- Dokumentation und Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und Gerätelieferanten
- Begleitung und Anleitung von Angehörigen
Welche Qualifikationen gefragt sind
Für die Versorgung in der außerklinischen Intensivpflege sind Pflegefachkräfte erforderlich – etwa Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger oder Altenpflegerinnen und Altenpfleger. Erfahrung in der Intensiv- oder Beatmungspflege ist hilfreich, aber nicht immer Voraussetzung, wenn eine strukturierte Einarbeitung erfolgt.
Die Anforderungen an Qualifikation und Erfahrung werden durch Rahmenempfehlungen und Verträge mit den Krankenkassen geprägt. Welche Voraussetzungen im Einzelfall gelten, besprechen wir im Gespräch. Stand Oktober 2026.
Weiterbildung in der Intensivpflege
Wer sich spezialisieren möchte, kann Weiterbildungen nutzen. Verschiedene Bildungsträger bieten Kurse und Fachweiterbildungen zur außerklinischen Beatmung und Intensivpflege an, etwa zur Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung. Umfang, Inhalte und Anerkennung unterscheiden sich je nach Anbieter.
Weiterbildungen vertiefen Wissen zu Beatmungsformen, Atemwegsmanagement, Notfallsituationen und Angehörigenarbeit. Sie stärken die eigene Sicherheit im Alltag und eröffnen Entwicklungsmöglichkeiten.
Quereinstieg: realistische Wege
Ein direkter Quereinstieg in die fachliche Intensivversorgung ist nicht möglich, weil Behandlungspflege eine pflegerische Ausbildung voraussetzt. Es gibt aber Wege in die Pflege:
- Die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann – auch im Erwachsenenalter
- Ein Einstieg in Betreuung oder Hauswirtschaft, um den Pflegealltag kennenzulernen
- Eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz bzw. Pflegehilfe als erster Schritt
- Für Pflegefachkräfte aus anderen Bereichen: Wechsel in die Intensivpflege mit Einarbeitung
Für wen die Arbeit passt
Die außerklinische Intensivpflege passt zu Menschen, die gern konzentriert und eigenverantwortlich arbeiten, in Notfällen ruhig bleiben und gleichzeitig Wärme für Menschen und Familien mitbringen. Sie arbeiten in einem privaten Zuhause – mit Respekt vor Privatsphäre und Gewohnheiten.
Wie ein Dienst in der Intensivpflege aussieht
Ein Dienst beginnt mit der Übergabe: Wie war die vorherige Schicht, gab es Auffälligkeiten, stehen Termine an? Danach übernehmen Sie die Versorgung – kontrollieren Gerät und Material, beobachten Atmung und Zustand, führen die geplanten Maßnahmen durch und reagieren auf Alarme. Zwischendurch bleibt Zeit für Gespräche, Beschäftigung und Mobilisation. Am Ende steht wieder eine sorgfältige Übergabe.
Weil Sie in einem privaten Haushalt arbeiten, gehören Takt und Diskretion ebenso dazu wie fachliches Können. Die Familie lebt ihr Leben weiter, und Sie sind ein Teil davon.
Zwischen Klinik und Zuhause
Viele Pflegefachkräfte wechseln aus Kliniken in die außerklinische Intensivpflege, weil sie mehr Zeit für einen Menschen haben möchten. Andere kommen aus der ambulanten Pflege und suchen eine fachliche Vertiefung. Beide Wege sind möglich. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich in die Beatmungspflege einzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen.
Angehörigenarbeit als Teil des Berufs
In der außerklinischen Intensivpflege sind Angehörige ständig präsent. Sie haben Fragen, Sorgen und manchmal eigene Vorstellungen davon, wie gepflegt werden soll. Zum Beruf gehört deshalb, zuzuhören, verständlich zu erklären und Grenzen freundlich, aber klar zu benennen. Wer das mag, erlebt eine besondere Form der Zusammenarbeit: Pflege als gemeinsame Aufgabe von Fachkräften und Familie, die einem Menschen ein Leben zu Hause ermöglicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Außerklinische Intensivpflege bedeutet konzentrierte Versorgung eines Menschen, bei Beatmung in 1:1-Betreuung.
- Erforderlich ist eine Ausbildung als Pflegefachkraft; Intensiverfahrung ist hilfreich, aber nicht immer Voraussetzung.
- Weiterbildungen zur außerklinischen Beatmung bieten verschiedene Bildungsträger an.
- Quereinsteiger finden über eine Pflegeausbildung oder Betreuung und Hauswirtschaft den Weg in die Pflege.
Zum Schluss
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, in die außerklinische Intensivpflege zu wechseln, nehmen Sie gern unverbindlich Kontakt auf. Im Gespräch klären wir, welche Erfahrungen Sie mitbringen, welche Einarbeitung sinnvoll wäre und welcher Einsatzbereich zu Ihnen passt.
Intensivpflege-Jobs in Essen und Duisburg
St. Lukas bietet außerklinische Intensivpflege in Duisburg, Essen und Umgebung an. Der Pflegedienst-Standort ist in der Burgstraße 10A in Duisburg, der Träger sitzt in der Schnabelstraße 1 in Essen. Offene Stellen, Arbeitszeiten und Konditionen besprechen wir persönlich. Bewerben Sie sich über das Formular auf unserer Karriereseite oder rufen Sie uns an: 0203 / 39 51 65 75.
Häufige Fragen
Kann ich ohne Intensiverfahrung in die Intensivpflege wechseln?
Für Pflegefachkräfte ist das mit strukturierter Einarbeitung oft möglich. Details besprechen wir persönlich.
Ist ein Quereinstieg in die Intensivpflege möglich?
Nicht direkt, weil Behandlungspflege eine pflegerische Ausbildung voraussetzt. Ein Einstieg über Ausbildung, Betreuung oder Hauswirtschaft ist möglich.
Welche Weiterbildungen gibt es?
Verschiedene Bildungsträger bieten Kurse und Fachweiterbildungen zur außerklinischen Beatmung und Intensivpflege an.
Wie viele Patienten betreue ich pro Dienst?
Bei Beatmungspatienten ist bei St. Lukas eine 1:1-Betreuung vorgesehen.
Wie bewerbe ich mich?
Über das Bewerbungsformular auf der Karriereseite oder telefonisch unter 0203 / 39 51 65 75.
Bei Lebensgefahr rufen Sie bitte sofort den Notruf 112.
Unsere Ratgeber geben allgemeine Orientierung. Sie ersetzen keine ärztliche, pflegefachliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Verbindliche Auskünfte zu Leistungen und Kosten erteilen Pflegekasse bzw. Kostenträger.



